Rittführer-Ausbildung

Hier nun die Möglichkeit, Fragen und Informationen rund um die Rittführer-Ausbildung (VFD, FN, DWA), Inhalte, Angebote, etc. auszutauschen. Hintergrund ist, dass immer wieder  Teilnehmer/innen des Lehrganges zum Berittenen Naturführer (m/w) “auf den Geschmack” kommen und sich für den Erwerb eines Rittführer-Zertifikates interessieren, um das erworbene Wissen anschließend mit Reiturlaubern und Touristen in ihren jeweiligen Heimatregionen teilen zu können

@ Teilnehmer/innen Lehrgang 2010: Wenn ihr mir die Termine von Seminaren mitteilt, die ihr selber belegt, stellen wir diese zur allgemeinen Ansicht in den Terminkalender. Auf eure Erfahrungen gespannt.

Cornelius

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13 Kommentare zu „Rittführer-Ausbildung“

  • Tom Landgraf sagt:

    Hallo, aus Rheinhessen :)

    Nach meiner Meinung gilt, wer einen Prüfungsnachweis als Geländerittführer (DWA), Berittführer (FN) oder Wanderrittführer (VFD) hat, egal von welchem der drei Verbände, hat die Grundkenntnisse und Befähigung Gruppen sicher zu führen. Ein Indiz dafür, dass diese Einschätzung nicht ganz falsch sein kann, ist der Versicherungsschutz, der mit dem Nachweis verbunden ist.

    Worüber immer diskutiert wird sind die Ausbildungsinhalte. Aber ich denke, das ist wie beim Autoführerschein. Den kann man bei unterschiedlichsten Schulen machen und bestehen, aber die Fahrpraxis und die Erfahrungen sammelt man erst beim täglichen Fahren und genau so ist das dann beim Wanderreiten auch.

    Für meinen Teil bin ich überzeugt, dass es am besten ist, wenn man bei allen Verbänden etwas gemacht hat und über den Tellerrand schaut. Da kann man dann das herausziehen, was für einen selbst geeignet ist. Und sein wir ehrlich, das Bewegen von berittenen Gruppen im Gelände war früher fast ausschließlich Sache des Militärs und die haben nicht alles falsch gemacht: Vieles aus den Dienstvorschriften von damals findet sich heute in den Ausbildungsstandards der Verbände – dort wird es dem Interessenten dann als eigene Erkenntnis „verkauft“.

    Ich freue mich auf Diskussion und Meinungen,
    Tom

  • Cornelius sagt:

    Hey, mit der „breiten Aufstellung“ kann ich dienen :)

    Ich habe den Geländereiter-Lehrgang (Rittführer 1, FN) in der Nähe von Hermeskeil (Hunsrück) erlebt und dann an dem Äquivalent bei der VFD teilgenommen – der Begriff “kriegsnahe Ausbildung” trifft es recht genau.

    Beeindruckt hat mich das Wissen & Können, das die DWA vermittelt und ich habe mich im Laufe dieses Jahres zu einem “Lehrwanderritt” mit Albert Knaus angemeldet – einerseits, da der Grenzland-Reiter e.V. durch die Albert-Knaus-Stiftung unterstützt wird, andererseits um zu sehen, was der „Europa-Wanderreiter“ im Blick auf die Praxis im Reiter-Alltag zu berichten hat.

    Im Blick auf die einheitlichen Ausbildungs-Richtlinien der Vereine (FN/VFD) kann es aber – entgegen den Beteuerungen der jeweiligen Pressestellen – nicht weit her sein, ich habe es selber erlebt, dass der Reiterpass nach der 200.sten Reitstunden (und in der Hoffnung, dass noch 200 folgen mögen) “verschenkt” wird und eines Tages stand in unserem Stall eine Einstellerin und war plötzlich offiziell deklarierte Wanderreit-Führerin mit FN-Zertifikat. Zu erhalten bei einem Wochenendseminar irgendwo in Niedersachsen.

    Nun also die Frage, wie eure Erfahrungen sind.

    Einen Eindruck von dem, was ich bei meinem VFD-Lehrgang erlebt habe, gibt der nachstehende Hinweis, mit dem Interessenten (seither) unzweideutig klar gemacht wird, was einen dort erwartet.

    Ist so etwas sinnvoll, fragt in die Runde
    Cornelius

    “!!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!!

    Dieser Kurs ist ausgelegt für erfahrene Gelände- und Wanderreiter. Schlechte Wegstrecken und natürliche Geländehindernisse sollten für Dich und Dein Pferd kein Problem darstellen. Du solltest in einwandfreier körperlicher und geistiger Verfassung sein. Warum?

    Der Kurs führt Dich und die anderen Teilnehmer mit Absicht an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Du sollst erkennen, was es bedeuten KANN einen Ritt mit unbekannten Reitern und Pferden zu führen. Die Verantwortung ist groß und man spürt sie am meisten unter Stress und Belastung.

    Nach 10 Unterrichtseinheiten Theorie tagsüber wird am 2. Tag nach dem Abendessen gesattelt und geritten. Das gleiche noch einmal am 3. Tag. Die Übungsritte dauern ca. 6-7 Stunden und gehen dementsprechend in die Nacht hinein und das bei teilweise sehr schwierigen Wegen. Als Rittführer seid ihr die letzten im Bett und die ersten draußen bei den Pferden. Im Lehrgang müsst ihr mit wenig Schlaf auskommen und trotzdem hellwach sein.

    Wer Höhenangst, Angst in der Dunkelheit und Angst vor Geländehindernissen hat, hat hier genügend Gelegenheit sie zu überwinden, oder er bleibt besser zu Hause.”

  • Katja sagt:

    Ah so.

    Ich habe immer gedacht, solche Qualifikations-Lehrgänge sind dazu gedacht, möglichst viel Wissen zu verbreiten und viele potenziell eintretende Situation durchzuspielen, damit Menschen mit solchen Auszeichnungen für den Alltag gut gewappnet sind. Das hier sieht mir eher wie ein Bootcamp oder Survivaltraining aus.

    Für mich wäre doch eher die Frage zu lösen, wie vermeide ich Nachtritte und Überbeanspruchung von Reitern und Pferden und nicht, wie prügle ich die Gruppe durch die Nacht. Sehr fragwürdig.

    Zu meiner Erfahrung: Ich habe meinen Reitpass in einer Landes-Reit- und -fahrschule gemacht. Das war ein Wochenendlehrgang mit zwei Praxis- und zwei Theorieeinheiten und sonntags war Prüfung. Es wurde allerdings betont, dass dieser Lehrgang nur dazu da sei, Auszubildenden und Interessenten für den Trainerschein den noch fehlenden Reitpass zu ermöglichen. Und man muss dazu sagen, dass nach der ersten Praxiseinheit auch Leute nach Hause geschickt wurden, bei denen die Vorkenntnisse/Fähigkeiten einfach nicht für die Prüfung zwei Tage später ausreichte. Die Prüfung war dann auch eher eine Schmalspur-Angelegenheit. Wir mussten zwar alle Prüfungsanforderungen zeigen, aber das ein oder andere bedurfte schon einer kreativen Auslegung.

  • Birgit sagt:

    (Zitat) Die Übungsritte dauern ca. 6-7 Stunden und gehen dementsprechend in die Nacht hinein und das bei teilweise sehr schwierigen Wegen. Als Rittführer seid ihr die letzten im Bett und die ersten draußen bei den Pferden. Im Lehrgang müsst ihr mit wenig Schlaf auskommen und trotzdem hellwach sein. Wer Höhenangst, Angst in der Dunkelheit und Angst vor Geländehindernissen hat, hat hier genügend Gelegenheit sie zu überwinden, oder er bleibt besser zu Hause. (Zitat Ende)

    Bei einem derart gestalteten Wanderritt würde ich niemals mitmachen. Aus meiner Sicht braucht ein Berittführer in Mitteleuropa solche Fähigkeiten nicht. Wir sind hier ja nicht im australischen Outback oder der Taiga.

  • cb sagt:

    Das sehe ich (nach wie vor) ähnlich, zumal es ja wohl als Zeichen mangelnder Organisation und Planung gilt, mit einer Nachmittags-Gruppe in die Dämmerung zu geraten (es sei, es ist so gewollt und Beleuchtung- und Sicherungs-Gerätschaften sind im Gepäck)

    Aber bitte, was hat ein normaler Mensch verbrochen, um nachts um drei Uhr mit Stirnlampe – acht Leute hintereinander – im Trab bei Nieselregen, einen abschüssigen Schiefer(!)-Weg hinter sich bringen zu müssen? Angeblich zu Ausbildungszwecken und nicht etwa in der Form, dass der Ausbilder diese Wege zuvor (sagen wir mit dem Motorrad) abgefahren wäre, um das Risiko kalkulieren zu können.

    Alles life, alles in Farbe.

  • Torsten sagt:

    … und Du bist Dir sicher, dass Du nicht bei irgendeiner Reality-Doku-Soap von irgendeinem Privatsender gelandet bist, so nach dem Motto “Die Supernanny fuer schwererziehbare Reiter”?

    Ich hatte die VFD irgendwie in besserer Erinnerung. Das erschreckt mich jetzt etwas.

  • cb sagt:

    @ Torsten: Keine versteckte Kamera … :)

    … aber die geschilderte Erfahrung habe – so hörte ich läuten – nun eine interne Diskussion angeregt, nach der es evtl geplant sein könnte, einen Rittführer mit Einschränkungen zu etablieren, der dann an Sonntag-Nachmittagen ältere Herrschaften für zwei Stunden durch den Wald führen könnte und schon jetzt belächelt wird. (Das habe ich nun bewusst ein bissel übertrieben, aber es trifft wohl den Kern der Sache)

    So richtig wundern tue ich mich über all dies aber nicht mehr – FN, VFD und alle anderen sind ganz schlichte, einfache, eingetragene Vereine (e.V.): Warum sollte die Masse von Arbeit und Einfluss dort nicht auf den Schultern des selben Menschenschlages liegen, wie sie das auch in den meisten anderen Vereinen tut? Eben.

    Gutes C.

  • Marion sagt:

    jetzt frage ich mich beklommen – als fn-geprüfte berittführerin (nach dem grundlehrgang trainer c ist man das automatisch) – ob ich von geländereiten keine ahnung habe? und die tatsache, dass ich bisher weder mich, noch mir im gelände anvertraute reiter und pferde in gesundheitsgefährdende situationen gebracht habe, mich vielleicht komplett disqualifiziert? :-)

    mich würde mal interessieren, was im kleingedruckten bei der anmeldung zu diesem vfd-lehrgang stand und wie der veranstalter seine persönliche haftung im rahmen so einer harakiri-nummer geregelt hat.

  • Erich sagt:

    @Cornelius: Solche Erfahrungen können sicher nicht als stellvertretend für die gesamte VFD angenommen werden. Ich kenne weder die angesprochene Anlage noch die Leute dort persönlich, habe aber schon mehrfach sehr durchwachsene Statements dazu gehört.

    @all: Ich zitiere mal aus einer “offiziellen” Verlautbarung der VFD: “Die vorwiegenden Inhalte dieser Ausbildung beziehen sich auf Planung und Ausschreibung, Gruppenführung sowie Verantwortung und Haftung des Rittführers, Versicherung, korrektes Verhalten bei Unfällen. Ziel der Aufbaustufen ist es kompetente und verantwortungsvolle Rittführer auszubilden.”

    Der eingangs zitierte (Warn-)Hinweis, zeigt für mich, dass die Ausbilder es dort selbst nicht geschafft haben, “verantwortungsvoll” zu werden. Also können sie das wohl kaum weitergeben.

    Gruppenführer ist in der VFD was anderes als bei der Bundeswehr. Da mag eine solche Ansage berechtigt sein, hier nicht.

  • Tom Landgraf sagt:

    Für mich als Rittführer ist nicht nur die Frage wichtig wie ich selber ausgebildet wurde (und darüber lässt sich streiten), sondern auch, was ich aus dieser Ausbildung mache: Nach wie vor denke ich, dass es sinnvoll ist, sich so viele Infos wie möglich zu holen und den Input dann auch erst einmal selber auszuprobieren – und das besser nicht, wenn Kunden/Teilnehmer dabei sind -, um zu sehen ob es funktioniert und ob man die Sachen tatsächlich durchführen kann.

    Zweiter Schritt, der (so meine Erfahrung) gerne übersehen wird, ist die Frage, mit welchen “Kunden” man es zu tun hat. Wenn es meine Freunde aus der Reenactor-Szene sind (die wollen es so hart wie möglich), ist das etwas anderes, als bei Freizeitreitern die ihren Spaß haben wollen oder Reitern die viel über die Landschaft usw. wissen wollen.

    Es ist eine Herausforderung sich auf das ganze Spektrum einstellen zu können und – das – muss man trainieren! Stellt Euch vor man würde mit einer “normalen” Gruppe so verfahren wie mit den Bushwhacker-Boys – diese Gruppe würde man nie mehr sehen und wenn sich so etwas herumspricht kann man einpacken. Man kann halt nicht einfach vorne weg reiten und sagen: Folgt mir, egal wie …

  • Wiebke sagt:

    Ich bin ohnehin erstaunt, wenn ich von solchen Lehrgangsinhalten lese.

    Ich habe meinen Berittführer gem. FN in 2000 oder 2001 gemacht. Das war einmal ein Wochenende, an wir zwei Tage unter Führung des Lehrgangsleiters durch unterschiedliches Gelände geritten sind, damit er uns zeigen konnte, wie es richtig gemacht wird: Wir haben Wasser durchquert und sind einen steilen Berg hochgeklettert, aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass es gefährlich werden würde. Zusätzlich gab es dann noch eine Woche theoretischen Unterricht und dann die Prüfung.

    Klar muss man auch mal auf unvorhergesehene Sachen vorbereitet werden, aber ob das immer “am lebenden Objekt” passieren muss, weiß ich nun wirklich nicht. Demnächst fangen sie noch an, in den Trainer-Lehrgängen Knallfrösche in die Halle zu schmeißen, damit sich die angehenden Trainer schon mal drauf vorbereiten können, wie das ist, wenn unerwartet die komplette Abteilung in der Halle durchgeht … *ironieaus*

  • Wiebke sagt:

    @Marion: Ich wusste noch gar nicht, dass man mit Bestehen der Trainer-C-Prüfung auch gleich Berittführer ist. Seit wann ist das so? Steht das irgendwo nachzulesen?

  • Marion sagt:

    @Wiebke: Das steht zwar nicht explizit auf der FN-Seite, aber man findet entsprechendes unter “Prüfungsanforderungen” bei Pferd-Aktuell.de

    Ich habe vor zwei Jahren den zweigeteilten Lehrgang in München-Riem gemacht und mit Bestehen des Grundscheines auch gleich die Urkunde als Berittführer bekommen. Lehrinhalte und Prüfungsinhalte des Berittführers seien im Grundschein Trainer C enthalten. Ich weiß auch von Trainer C-Lehrgängen an anderen Ausbildungsstätten, dass dort so verfahren wurde. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass dem allgemein so ist. Grüße M.

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